Kondolenza.ch, ein ewiges Denkmal.
Im Alter von 74 Jahren ist
Mercedes Sosa, Buenos Aires
09.07.1935 - 04.10.2009
heute in einem Krankenhaus in Buenos Aires gestorben.
Mercedes Sosa stammte aus einer Diaguita-Französischen Familie. Im Oktober 1950 nahm sie unter dem Pseudonym „Gladys Osorio“ an einem Wettbewerb des lokalen Radiosenders LV12 teil und gewann einen zweimonatigen Vertrag. In Mendoza fasste sie Fuß und heiratete den Musiker Manuel Oscar Matus, mit dem sie ein Kind hatte.
Ihre erste LP erschien 1962 unter dem Titel „La voz de la zafra“ (Die Stimme der Zuckerrohrernte) und enthielt ausschließlich argentinische Folklore. Der landesweite Durchbruch gelang Mercedes Sosa 1965 auf dem „Festival Nacional de Folklore de Cosquín“, wo sie gefördert durch den Sänger Jorge Cafrune auftrat. Sie erweiterte ihr Repertoire mit Stücken aus fast ganz Lateinamerika. Zwei Jahre später gab sie bereits weltweit Konzerte, unter anderem in Miami, Lissabon, Porto, Rom, Warschau, Leningrad, Kislovo, Sotschi, Gagri, Baku und Tiflis.
In ihrer Jugend sympathisierte sie mit Juan Perón und unterstützte während ihres Wirkens verschiedene linke Bewegungen. Nach dem Putsch vom 24. März 1976 verblieb sie trotz starker Repressionen durch die Militärdiktatur im Land. Ihre Alben wurden verboten. Bei einem Konzert in La Plata 1979 wurde sie mitsamt Publikum bei laufender Show verhaftet.
1980 floh Sosa über Paris ins Madrider Exil, nachdem ihr zweiter Mann kurz zuvor verstorben war. Als die argentinische Regierung sich 1982 infolge des Falklandkriegs gezwungen sah, die Macht an eine zivile Regierung abzugeben, kehrte sie zunächst für ein Konzert zurück nach Buenos Aires. Ihr Konzert im Opernhaus Buenos Aires wird oft als Schlüsselsituation in der Übergangszeit gewertet und steht für eine politische und musikalische Erneuerung der argentinischen Kultur. Das entsprechende Doppelalbum Mercedes Sosa en Argentina (1982) schrieb landesweit Musikgeschichte. Aus dem Exil organisierte sie zudem eine Serie von Auftritten mit León Gieco, Charly García, Antonio Tarragó Ros, Rodolfo Mederos und Ariel Ramírez, bevor sie 1983 endgültig nach Argentinien zurückkehrte.
Im deutschsprachigen Raum wurde sie auch durch gemeinsame Konzerte mit Konstantin Wecker bekannt. Darüber hinaus arbeitete sie mit folgenden weiteren internationalen Künstlern zusammen und trat gemeinsam auf: Joan Baez, Andrea Bocelli, Nana Mouskouri, Luciano Pavarotti, Shakira, Sting.