Kondolenza.ch, ein ewiges Denkmal.
Heinz Isler, Bern
26.07.1926 - 20.06.2009
Nach dem Besuch des Kanton-Gymnasiums in Zürich begann Isler 1945 das Studium des Bauingenieurwesens an der ETH Zürich, welches er 1950 mit dem Diplom abschloss. Anschliessend war er drei Jahre als Assistent an der ETH Zürich bei Professor Pierre Lardy beim Aufbau der Modellwerkstatt des Statiklehrstuhls tätig. Es folgte für neun Monate ein Studium der Kunstmalerei an der Kunstgewerbeschule Zürich, ehe er 1954 in Burgdorf als selbstständiger Ingenieur mit dem Entwurf von Schalen begann.
Aufgrund von Naturbeobachtungen und nicht mit mathematischen Definitionen entwickelte Isler die optimalen Formen von dünnwandigen, allseitig gekrümmten Schalen aus Stahlbeton, die als Dächer verwendet werden. Zum Beispiel ergab sich aus hängenden Tüchern, versteift und umkehrt die Geometrie von Schalendächern mit freier Form, die unter Eigengewicht als Schnittgrössen nur Druckkräfte aufweisen. Aus der aufgeblasenen Membran entstanden Buckelschalen, die Grundrisse von 54 Meter × 58 Meter mit 15 bis 19 Zentimeter dicken Stahlbetonschalen überspannen. Mit diesen Methoden entwarf und konstruierte Isler über 1400 Schalentragwerke. An Modellen wies er meist die ausreichende Standsicherheit nach. Ausserdem legte er den Bauablauf fest, überwachte die Bauausführung und beobachtete jahrelang das Tragverhalten der Schalen. Die Schalenformen weisen überwiegend Druckspannungen auf und bleiben somit praktisch ohne Risse, weshalb auf Beschichtungen meist verzichtet wurde.
Isler gehörte zum Team von Behnisch & Partner, das 1967 mit einem Zeltdachentwurf den Wettbewerb um das Olympiagelände in München gewann. Auch an der Realisierung war er beteiligt. Er arbeitete vor allem an dem massiven Stadionrund mit.