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Kondolenza.ch, ein ewiges Denkmal.


Erich Warsitz, Kanton Tessin, Schweiz

18.10.1906 - 12.07.1983

Warsitz begann seine fliegerische Ausbildung als Sportflieger für den A2-Schein bei der Akademischen Fliegergruppe Bonn/Hangelar. Darauf folgten etappenweise die B1- und B2-Ausbildungen auf verschiedenen Flughäfen bei den damaligen Luftsportvereinen und eine weitere fliegerische Ausbildung bei der Deutschen Verkehrsfliegerschule Stettin (DVS), das heißt die C2-Ausbildung für Landflugzeuge und für die „gewerbsmäßige Personenbeförderung“ sowie sämtliche Seeflugscheine. Zwischendurch machte er den großen Kunstflugschein K 2 und absolvierte die Blindflugausbildung sowie das Steuermannspatent für „kleine Fahrt“.
Nachdem er die DVS besucht und dort sämtliche Flugscheine gemacht hatte, betätigte er sich zunächst als Sportflugzeuglehrer, ehe er später zur Reichsbahnstrecke (RB-Strecke: eine Tarnbezeichnung für die Langstreckenerfahrung, verborgen unter dem 100.000-Mann-Heer) als Fluglehrer, Gruppenfluglehrer und Ausbildungsleiter abkommandiert wurde. 1934 wechselte er zur Luftwaffenerprobungsstelle Rechlin Ende 1936 wurde er vom Reichsluftfahrtministerium (RLM) für erste Standversuche mit einer umgebauten Heinkel He 112 nach Kummersdorf versetzt. Dort arbeitete Warsitz eng mit dem Entwickler der Raketentriebwerke, Wernher von Braun zusammen.
Für erste Testflüge mit den Raketentriebwerken wurde der Flugplatz Neuhardenberg, welcher 1934 als geheim gehaltener Militärflughafen neu angelegt wurde, vom RLM zur Verfügung gestellt. Warsitz wechselte dorthin und führte die Erprobung der Maschine weiter. Das mit einer Zusatzrakete und normalem Motor versehene Flugzeug startete erstmals mit Warsitz am Steuer Ende Mai 1937. Nach dem Start wurde ausschliesslich mit dem Raketentriebwerk geflogen, es gab jedoch technische Probleme und Warsitz konnte nur mit Glück die Maschine landen. Warsitz flog daraufhin jeden Prototyp, der in irgendeiner Form mit Raketen, Strahltriebwerken und Flugzeugen zu tun hatte. Darunter zählen auch die Starthilferaketen der Firma Walter, die an einer Heinkel He 111 und später in Peenemünde auch an einer Messerschmitt Me 321 erprobt wurden. Warsitz nahm auch den Posten eines Flugleiters und Chefpiloten der Erprobungsstelle Peenemünde ein.
Nach Kriegsende wurde Erich Warsitz von vier russischen Offizieren in der Nacht vom 5. zum 6. Dezember 1945 aus seiner im amerikanischen Sektor gelegenen Wohnung entführt. Bei den unzähligen Verhören lag der Schwerpunkt bei seiner früheren Tätigkeit auf dem Gebiet der Raketen- und Düsenflugzeugentwicklungen im OKH und RLM, in Peenemünde und den Heinkel-Werken. Nachdem er die Vertragsunterschrift verweigerte, wonach er sich zu fünfjähriger Mitarbeit an der russischen Entwicklung auf diesem Spezialgebiet verpflichten sollte, wurde er zu fünfundzwanzig Jahren Zwangsarbeit verurteilt und anschließend nach Sibirien in das berüchtigte Straflager 7525/13 bei Prokopjewsk gebracht. Nach seiner Rückkehr im Jahre 1950 betätigte er sich als selbständiger Unternehmer.









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