Kondolenza.ch, ein ewiges Denkmal.
Gertrude Duby-Blom, San Cristóbal, Mexiko
01.01.1970 - 23.12.1993
Gertrude Elisabeth Lörtscher wurde am 7. Juli 1901 als zweites von drei Kindern des evangelischen Pfarrers Otto Lörtscher in Wimmis im schweizerischen Kanton Bern geboren. Ihre Schwester Johanna kam 1895 zur Welt, ihr Bruder Hans Otto 1904. Die Eltern und die Freundinnen nannten sie „Trudi“.
Im Alter von 17 Jahren verließ Gertrude ihr Elternhaus, lernte zwei Jahre Gartenbau und machte in Zürich einen Abschluss in Sozialarbeit. Anschließend lebte sie ein Jahr lang bei einer Quäkerfamilie in England und einige Monate in der italienischen Stadt Florenz.
1925 musste Gertrude Lörtscher Italien verlassen und in ihr Heimatland zurückkehren, weil ihre journalistischen Arbeiten für sozialistische Zeitungen in der Schweiz den italienischen Faschisten unangenehm aufgefallen war. Am 20. Juni 1925 heiratete sie in Lausanne den 25-jährigen Kurt Düby (1900–1951).
Ab 1925 arbeitete Gertrude Düby als Sekretärin der Frauensektion der deutschen SPD, für die sie von 1928 an Deutschland bereiste. Am 3. September 1930 ließ sie sich wegen politischer und privater Differenzen von Kurt Düby scheiden. 1933 schloss sie eine Scheinehe mit dem deutschen Arbeiter Otto Piel (1906–1999), um die deutsche Staatsbürgerschaft zu erhalten.
Nach der Machtergreifung 1933 konnte Gertrude Düby ihre politische Arbeit in Deutschland nicht fortsetzen und musste emigrieren. Sie organisierte den Weltfrauenkongress in Paris und den USA und engagierte sich bis 1939 in der Widerstandsbewegung gegen die Diktatur Adolf Hitlers.
1940 wurde Gertrude Düby in das französische Internierungslager Camp de Rieucros par Mende im Département Lozère eingeliefert, konnte Frankreich mit Hilfe der Schweizer Botschaft jedoch am 6. März 1940 verlassen und emigrierte zuerst in die USA, wenige Monate später nach Mexiko, wo sie sich jetzt „Duby“ nannte.