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Kondolenza.ch, ein ewiges Denkmal.


Lore Kutschera, Klagenfurt

14.09.1917 - 16.10.2008

Lore Kutschera, Tochter eines Hochbauingenieurs, besuchte das Gymnasium in Villach und bestand 1935 die Reifeprüfung. Im gleichen Jahr begann sie ein Studium der Landwirtschaft an der Hochschule für Bodenkultur in Wien, das sie 1939 mit der Graduierung zum Diplomingenieur erfolgreich beendete. Anschließend arbeitete sie als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Angewandte Pflanzensoziologie in Villach. Hier betreute sie mit pflanzensoziologischen Methoden Versuche zur Verbesserung von Almstandorten. 1942 heiratete sie den Diplomingenieur Wilhelm Kutschera, der als Soldat des Zweiten Weltkrieges 1945 für vermisst erklärt wurde.
Von 1945 bis 1953 war Lore Kutschera bei der Kärntner Landesregierung tätig, zunächst im Schuldienst und ab 1950 beim Landesplanungsamt. Ihre Aufgabe, das Gebiet des Keutschacher Moor-Seentals in Kärnten monographisch zu bearbeiten und zu kartieren sowie für dieses Gebiet einen Wirtschaftsplan zu erstellen, hat sie innerhalb von drei Jahren mit großem Engagement durchgeführt. 1953 gründete sie in Klagenfurt ein privates Pflanzensoziologisches Institut und beriet landwirtschaftliche Betriebe. Im Rahmen dieser Beratungstätigkeit galt ihr wissenschaftliches Interesse mehr und mehr den Pflanzenwurzeln.
1953 weilte Lore Kutschera zu einem Studienaufenthalt in den USA. An der Universität Nebraska lernte sie den Pflanzenökologen John Ernest Weaver kennen, einen der bedeutendsten Wurzelforscher seiner Zeit. Von ihm und anderen Botanikern erhielt sie nachwirkende Anregungen für ihre eigenen Forschungen. In den folgenden Jahren legte sie in Kärnten mit einer speziellen Ausgrabungstechnik die Wurzeln vieler landwirtschaftlicher Kulturpflanzen und Unkräuter frei und dokumentierte deren räumliche Verteilung im Boden in Abhängigkeit von den Standortfaktoren. Als Ergebnis dieser Studien erschien 1960 ihr Wurzelatlas mitteleuropäischer Ackerunkräuter und Kulturpflanzen, ein Handbuch das ihren wissenschaftlichen Ruf als Wurzelforscherin begründete.
Seit 1961 leitete Lore Kutschera die neugegründete Abteilung für Botanik und Pflanzensoziologie an der Bundesanstalt für alpenländische Landwirtschaft in Gumpenstein bei Irdning im steirischen Ennstal. 1962 verlieh ihr die Hochschule für Bodenkultur in Wien den Doktortitel. 1969 habilitierte sie sich am Botanischen Institut dieser Hochschule mit der Arbeit Ackergesellschaften Kärntens als Grundlage standortgemäßer Acker- und Grünlandwirtschaft. 1978 erfolgte ihre Ernennung zum außerordentlichen Professor. Am 31. Dezember 1982 schied sie aus dem Landes- und Hochschuldienst aus. Seitdem war sie in bewundernswerter körperlicher und geistiger Frische weiterhin aktiv auf dem Gebiet der Wurzelforschung tätig.









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