Kondolenza.ch, ein ewiges Denkmal.
Hans Liebherr, Bulle FR, Schweiz
01.04.1915 - 07.10.1993
Familiengrab in Kirchdorf an der Iller
Hans Liebherrs Vater starb 1916. Seine Mutter heiratete den Baumeister Johann Sailer aus Kirchdorf an der Iller. Er absolvierte zunächst eine Lehre im Baugeschäft des Stiefvaters. 1938 nach der Baumeisterprüfung übernahm er die Führung des elterlichen Baugeschäftes. Während des gesamten Zweiten Weltkrieges war er als Pionier bei der Wehrmacht an der Ostfront im Süden von Russland eingesetzt. Gegen Ende des Krieges 1945 wurde er zum zweiten Mal verwundet. Er wurde zurückverlegt und kam in ein Lazarett bei Wien. Wieder bewegungsfähig, schlug er sich mit anderen Kameraden in die Heimat durch. Dort übernahm er wieder das elterliche Baugeschäft und begann seine Ideen zur Vereinfachung der schweren Bauarbeit zu verwirklichen. Er gründete 1949 ein weiteres eigenes Unternehmen in Kirchdorf an der Iller.
Er fand folgende Situation vor: Die Baukräne bis 1945 hatten große Ähnlichkeit mit Schiffskränen und waren nur auf Großbaustellen einsetzbar. Auf kleinen Baustellen gab es bis in die 1950er Jahre hinein keine Kräne. Mit mehreren Schlossern und Schmieden konstruierte Hans Liebherr 1949 den ersten mobilen Turmkran, der drehbar sowie leicht abbau- und wiedermontierbar war. Diese Erfindung meldet Liebherr am 19. August 1949 als „Fahrbaren Turmdrehkran“ beim Deutschen Patentamt an. Kurz danach lief seine Kranproduktion an und aus der Baufirma wurde ein Baumaschinenhersteller.
Die Konstruktion und kaufmännische Verwaltung waren in Kirchdorf zunächst in einer Baracke untergebracht, deren andere Hälfte der Familie Liebherr mit ihren fünf kleinen Kindern zugleich als Wohnung diente.