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Kondolenza.ch, ein ewiges Denkmal.


Gerhard Lampersberg, Klagenfurt

05.07.1928 - 29.05.2002

Gerhard Lampersberg studierte an der Musikuniversität Wien bei Alfred Uhl. Als Autodidakt erwarb er sich Kenntnisse im Bereich der freien, erweiterten Zwölftonkomposition in der Tradition Anton Weberns.
Er wirkte als Lyriker und Komponist, vermittelte sich jedoch als Mäzen von zahlreichen, österreichischen Schriftstellern einer breiten Öffentlichkeit; ab den 50er Jahren, fanden sich viele Talente der österreichischen Avantgarde auf seinem Tonhof bei Maria Saal in Kärnten ein, der eine Wohn- und Arbeitsmöglichkeit und einen bedeutenden Treffpunkt der Kulturszene der damaligen Zeit darstellte. Er beherbergte u.a. H. C. Artmann, Thomas Bernhard, Peter Turrini, sowie Christine Lavant, Wolfgang Bauer, Peter Handke und Gert Jonke. In den Wintermonaten verlagerte er diesen Treffpunkt nach Wien in seine Privaträume in der Gumpendorfer Straße und in den Schottenhof und führte dort private Konzerte mit und für schwermisshandelte und behinderte Kinder durch.
Thomas Bernhard hegte seinem ehemaligem Fördererer gegenüber ambivalente Gefühle, die sich anlässlich der Veröffentlichung von Bernhards Roman Holzfällen zu einer offenen Feindschaft entwickelten. Thomas Bernhard nahm Lampersberg als Vorlage für den Komponisten Auersberger in diesem Roman. Lampersberg klagte 1984 gegen die Verbreitung des Buches. Das Urteil des darauf folgenden Prozesses verfügte die Beschlagnahmung der gedruckten Exemplare des Romanes. Lampersberg zog jedoch kurze Zeit später die Klage zurück. Thomas Bernhard reagierte seinserseits mit einem Vertriebsverbot seiner sämtlichen Werke für die Republik Österreich, das aber von seinen Verlagen Suhrkamp Verlag und Residenz Verlag nicht eingehalten wurde.
Für Lampersberg verhielten sich Literatur und musikalisches Schaffen komplementär zu einander, 1995 bemerkte er: "Ich habe auch Kammermusik geschrieben. Aber das Wort war für mich von vornherein sehr wichtig. Eigene Texte habe ich erst später vertont. Heute vertone ich nur mehr Eigenes, weil es einfach praktischer ist, ich fühl' mich ja als Dichter genau so wichtig wie als Komponist, wenn ich unbescheiden sein darf". Er vertonte klassische Texte (von Sappho über Shakespeare bis hin zu Lorca), aber auch Werke seiner "Schützlinge" vom Tonhof. Seinen komponistischen Stil skizzierte Lampersberg folgendermaßen: "Stille - Besinnung - Kontemplation. Fehlen von Virtuosität und Äußerlichkeiten" (1994).
Sein Œuvre beinhaltet neben der Vertonung eigener Texte als Liederzyklen auch Messen, Kammermusik und Orchesterstücken, sowie zahlreiche szenische Stücke. Seine Werke wurden bei den Darmstädter Ferienkursen, dem Musikprotokoll im steirischen Herbst, den Festspielen Hombroich, deren Initiator Lampersberg war, und bei zahlreichen anderen Festivals aufgeführt.









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